24. Verhandlungstag im Hirsch-Q-Prozess

Die Hirsch-Q auf der Brückstr. in Dortmund

De facto Freispruch für einen der vermutlichen Angreifer auf die Gaststätte Hirsch-Q

Vor dem Dortmunder Landgericht wurde heute erneut der Prozess um den Angriff auf die Gasstätte Hirsch-Q verhandelt. Als Gutachter wurde Dr. R.  geladen, der mit dem Gutachten des Angeklagten K.  beauftragt wurde. Es sollte vor allem Aufschluss über die psychische und physische Situation des Angeklagten zur Tatzeit geben.

Aus dem Gutachten ging hervor, dass K.  keinerlei Angaben zur Tatzeit sowie zum Tathergang machen wollte und daher bestand das Gutachten nur aus anderen Angaben von K., die auf den Zustand des Angeklagten zur Tatzeit schließen lassen. Zur persönlichen Entwicklung des Angeklagten, gab das Gutachten – das vom Verteidiger versucht wurde, unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen zu lassen- dennoch einige Informationen her.

Schon aufgrund der Alkoholabhängigkeit seiner Mutter während der Schwangerschaft traten bereits als Kind beim Angeklagten K. Auffälligkeitserscheinungen auf. Ein akuter und exzessiver Substanzenmissbrauch seit etwa dem fünfzehnten Lebensjahr führte zu wahnhaften Vorstellungen;  der Angeklagte fühlte sich verfolgt. Zusätzlich wurden berufliche Rückschläge und schwierige soziale Beziehungen angegeben, die trotz einer glücklichen Kindheit, die er bei Adoptiveltern auf dem Land verlebte, sich ebenfalls negativ auf die Gemütslage des Angeklagten auswirken. Zusammengefasst konnte vom Sachverständigen Dr. R.  jedoch keine schwerwiegende psychische Störung oder körperliche Abhängigkeitserscheinungen festgestellt werden.  Zudem gab Dr. R. an, der Angeklagte habe vor sich von der rechten Szene zu lösen und sich stattdessen ganz seiner momentanen Beziehung, seinen Katzen und seinem Hobby, dem Modellbau zu widmen. Eine Aussage, welche in den Beobachter*innenrängen für kurzzeitige Erheiterung sorgte. Zu oft wurde schon das Märchen von der Trennung zur rechten Szene vor Gericht beteuert und Gegenteiliges war der Fakt

Umso ungläubiger folgte man dem Gericht, als es sich nach kurzer Beratung im Anschluss vorschlug den Angeklagten aufgrund der, als gering einzustufenden Schuldauswirkung des Angeklagten auf die vorgefallenen Geschehnisse, das Verfahren gegen den Angeklagten gegen Zahlung der Prozesskosten einzustellen. Die Entscheidung des Gerichtes wird erst nach einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung am kommenden Verhandlungstag erfolgen.

Es bleibt zu hoffen, dass das Dortmunder Landgericht und der hier vorsitzende Richter P. diesen Angriff nicht als Bagatelldelikt abharken.  Taten aus rechtem Gedankengut sollten nicht durch eine, als gering einzustufende Schuldfähigkeit ausgeblendet und unter den Tisch fallengelassen werden.

Wir rufen noch einmal zur Beteiligung der Prozessbeobachtung auf!

Der Prozess wird am Montag den 17. März um 10.30 Uhr fortgesetzt.

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